Die Gesundheitsbehörden in New York City haben mit einem Anstieg der Fälle einer seltenen Krankheit zu kämpfen, die mit Rattenurin in Verbindung gebracht wird. Besonders häufig sind Müllleute, die regelmäßig diesen Schädlingen ausgesetzt sind. Dieser besorgniserregende Trend tritt nur ein Jahr auf, nachdem die Stadt einen „Rattenzaren“ ernannt hat, der die Maßnahmen zur Bekämpfung der Nagetierpopulation leiten soll. Die Fälle von Leptospirose, einer durch Rattenurin verursachten Krankheit, haben stark zugenommen; Müllleute sind überproportional betroffen. Laut Harry Nespoli, dem Vorsitzenden der Uniformed Sanitationmen’s Association, litten einige Arbeiter an schweren Symptomen; einer erhielt sogar die Letzte Ölung, bevor er wieder gesund wurde.

Das New Yorker Gesundheits- und Hygieneamt gab letzte Woche eine Warnung heraus, nachdem ein weiterer Reinigungskraft mit Krankheitssymptomen ins Krankenhaus eingeliefert worden war. Trotz der Bemühungen, die Straßen zu säubern, sind Ratten weiterhin allgegenwärtig und stellen ein Gesundheitsrisiko für diejenigen dar, die mit ihnen in Kontakt kommen. Im Jahr 2023 meldete New York City die höchste Zahl an Leptospirose-Fällen aller Zeiten, wobei 24 Personen betroffen waren. Dieser deutliche Anstieg setzte sich auch im laufenden Jahr fort. Am 10. April wurden bereits sechs Fälle registriert, was bei den Gesundheitsbehörden für erhöhte Besorgnis sorgte.
Daten des Gesundheitsamtes zeigen einen besorgniserregenden Trend: Fast ein Viertel aller gemeldeten Fälle trat allein im Jahr 2023 auf. Die Krankheit hat in den letzten zwei Jahrzehnten sechs Menschenleben gefordert, wobei die Fälle in den Bezirken der Stadt überwiegend Männer mittleren Alters betrafen. Insbesondere Müllarbeiter sind aufgrund ihres häufigen Kontakts mit rattenverseuchten Umgebungen einem erhöhten Risiko ausgesetzt, sich mit Leptospirose anzustecken. Nasse Handschuhe, wie sie bei Müllarbeitern häufig vorkommen, erhöhen die Anfälligkeit für die Krankheit, da Rattenurin in die Haut eindringen kann.
Trotz aller Bemühungen, die Risiken zu mindern, darunter die Empfehlung, die Handschuhe regelmäßig zu wechseln, sind die Mitarbeiter der Müllabfuhr weiterhin gefährdet. Angesichts der potenziellen Schwere der Situation zielt ein von der Gewerkschaft unterstützter Gesetzesentwurf des Staates darauf ab, den betroffenen Arbeitern und ihren Familien Leistungen zu gewähren. Sowohl die Müllabfuhr als auch die Gesundheitsbehörden der Stadt arbeiten aktiv daran, die Arbeiter zu schulen und Präventivmaßnahmen umzusetzen. Zu den Empfehlungen gehört das Tragen von Handschuhen und das Vermeiden, das Gesicht mit Arbeitshandschuhen zu berühren, um die Ansteckung zu minimieren.
Darüber hinaus soll die Umstellung der Stadt auf Müllcontainer den direkten Kontakt zwischen Arbeitern und potenziell kontaminiertem Abfall verringern. Bemühungen zur Eindämmung der Rattenpopulation dürften das Übertragungsrisiko weiter verringern. Leptospirose wird durch direkten Kontakt mit kontaminiertem Wasser, Boden oder Lebensmitteln übertragen und stammt hauptsächlich aus dem Urin infizierter Tiere. Die Symptome variieren, können aber Fieber, Kopfschmerzen, Durchfall und Gelbsucht umfassen, wobei schwere Fälle zu Organversagen führen.
Der Klimawandel könnte die Ausbreitung der Krankheit verschlimmern, da wärmere und feuchtere Bedingungen ein günstiges Umfeld für das Überleben der Bakterien schaffen. Gesundheitsbehörden betonen die Bedeutung einer schnellen Meldung durch Gesundheitsdienstleister, um Fälle effektiv verfolgen und behandeln zu können. Der kürzliche Tod der entlaufenen Eule Flaco aus dem Central Park Zoo unterstreicht die Dringlichkeit, sich um die Rattenpopulation zu kümmern. Erhöhte Rattengiftwerte in Flacos System unterstreichen die weitreichenderen ökologischen Auswirkungen von Maßnahmen zur Nagetierbekämpfung und die Notwendigkeit nachhaltiger Lösungen.
